Das Wichtigste in Kürze
- 2023 wurden in Deutschland rund 517.800 Krebserkrankungen neu diagnostiziert – 276.400 bei Männern, 241.400 bei Frauen.
- Das Lebenszeitrisiko liegt nach Angaben des RKI bei knapp der Hälfte der Männer und über 40 Prozent der Frauen.
- Die häufigsten Krebsarten sind Prostata-, Brust-, Lungen- und Darmkrebs.
- Rund 19 Prozent aller Krebsfälle gehen auf das Rauchen zurück; insgesamt gilt ein großer Teil als vermeidbar.
- Die Heilungschancen steigen: Rund 65 Prozent der Frauen und 61 Prozent der Männer leben fünf Jahre nach der Diagnose noch.
Krebs in Deutschland: die wichtigsten Zahlen
Nach den aktuellen Daten des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut wurden im Jahr 2023 rund 517.800 Krebserkrankungen neu diagnostiziert – etwa 276.400 bei Männern und 241.400 bei Frauen. Rund 1,7 Millionen Menschen leben in Deutschland mit einer Krebserkrankung, die in den vorangegangenen fünf Jahren festgestellt wurde.
Gleichzeitig verbessern sich die Überlebenschancen: Fünf Jahre nach der Diagnose leben noch rund 65 Prozent der Frauen und 61 Prozent der Männer (relative Überlebensraten). Bei manchen Krebsarten wie Brust-, Prostata- oder Hodenkrebs liegen die Werte deutlich höher, bei anderen wie Bauchspeicheldrüsen- oder Lungenkrebs niedriger.
Die häufigsten Krebsarten
| Krebsart | Neuerkrankungen 2023 (rund) | Hinweis |
|---|---|---|
| Prostatakrebs | 79.600 | häufigste Krebsart bei Männern |
| Brustkrebs | 75.900 | häufigste Krebsart bei Frauen, selten auch bei Männern |
| Lungenkrebs | 58.300 | häufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern |
| Darmkrebs | 55.300 | bei beiden Geschlechtern unter den häufigsten |
Wie hoch ist das Lebenszeitrisiko?
Das Robert Koch-Institut beziffert das Risiko, im Laufe des Lebens an Krebs zu erkranken, auf knapp die Hälfte bei Männern und gut 40 Prozent bei Frauen. Vereinfacht heißt das: Fast jeder zweite Mensch erhält im Laufe seines Lebens eine Krebsdiagnose.
Lebenszeitrisiko in Deutschland, vereinfacht auf je 10 Personen
knapp die Hälfte – etwa 5 von 10
gut 40 Prozent – etwa 4 von 10
Quelle: Robert Koch-Institut, Krebs in Deutschland. Durchschnittswerte, das persönliche Risiko hängt u. a. von Alter und Lebensstil ab.
Entscheidender Faktor ist das Alter. Die meisten Krebserkrankungen treten in der zweiten Lebenshälfte auf, das Risiko steigt ab etwa 50 Jahren deutlich an. Beim Brustkrebs erkrankt aber zum Beispiel rund jede sechste Betroffene vor dem 50. Lebensjahr.
Durchschnittswerte beschreiben die Bevölkerung, nicht den Einzelnen. Viele Faktoren – vom Rauchverhalten bis zur Teilnahme an der Früherkennung – beeinflussen das persönliche Risiko und die Heilungschancen erheblich.
Welche Faktoren das Risiko erhöhen
Beeinflussbare Faktoren
- Rauchen: Laut Deutschem Krebsforschungszentrum für rund 19 Prozent aller Krebsfälle verantwortlich.
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Alkohol: Schon geringe Mengen erhöhen das Risiko für mehrere Krebsarten.
- Ernährung: viel rotes und verarbeitetes Fleisch, wenig Ballaststoffe
- UV-Strahlung: Sonnenbrände und Solarien erhöhen das Hautkrebsrisiko.
- Infektionen: etwa mit humanen Papillomviren (HPV) oder Hepatitis-Viren – gegen einige gibt es Impfungen.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum schätzte in einer Studie, dass mindestens 37 Prozent aller Krebsfälle in Deutschland auf vermeidbare Risikofaktoren zurückgehen; neuere Auswertungen gehen von einem noch höheren Anteil aus.
Nicht beeinflussbare Faktoren
- Alter
- genetische Veranlagung – betrifft nur einen kleinen Teil der Erkrankungen, kann das Risiko aber stark erhöhen
- Geschlecht und hormonelle Faktoren
Früherkennung: kostenlos für gesetzlich Versicherte
| Untersuchung | Für wen (vereinfacht) |
|---|---|
| Hautkrebs-Screening | ab 35, alle zwei Jahre |
| Gebärmutterhalskrebs | Frauen ab 20, Umfang abhängig vom Alter |
| Brustkrebs | Tastuntersuchung ab 30; Mammographie-Screening alle zwei Jahre von 50 bis 75 |
| Darmkrebs | ab 50: Stuhltest oder Darmspiegelung |
| Prostatakrebs | Männer ab 45, jährliche Tastuntersuchung |
Welche Untersuchungen für Sie infrage kommen und welche Vor- und Nachteile sie haben, besprechen Sie am besten mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
Was die Zahlen für die finanzielle Vorsorge bedeuten
Krebs ist keine seltene Ausnahme, sondern ein Risiko, das statistisch fast jede Familie betrifft. Weil die Heilungschancen steigen, leben viele Betroffene nach der Diagnose viele Jahre weiter – mit Behandlung, Reha und oft einer längeren Auszeit vom Beruf. Welche finanziellen Lücken dabei entstehen, zeigt der Artikel Finanzielle Folgen einer Krebserkrankung.
Eine Krebs- oder Schwere-Krankheiten-Versicherung kann nur abgeschlossen werden, bevor eine Erkrankung auftritt. Je jünger und gesünder Sie sind, desto günstiger ist sie. Unser kostenloser Vergleich zeigt Ihnen in wenigen Minuten, welche Absicherung zu Ihnen passt.
Häufige Fragen
Wie hoch ist mein persönliches Krebsrisiko?
Das individuelle Risiko hängt vor allem vom Alter ab, außerdem von Lebensstil, Umweltfaktoren und genetischer Veranlagung. Statistische Durchschnittswerte sagen nichts darüber, ob eine bestimmte Person erkrankt. Bei familiärer Häufung von Krebserkrankungen kann eine humangenetische Beratung sinnvoll sein.
Ist Krebs erblich?
Nur ein kleiner Teil aller Krebserkrankungen geht auf eine vererbte Veranlagung zurück. Wenn aber mehrere nahe Verwandte an derselben Krebsart oder in jungen Jahren erkrankt sind, sollten Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen. Für bestimmte Konstellationen gibt es spezialisierte Beratungszentren.
Wie stark erhöht Rauchen das Krebsrisiko?
Rauchen ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor. In Deutschland gehen rund 19 Prozent aller Krebsneuerkrankungen auf Tabakkonsum zurück, bei Lungenkrebs ist Rauchen der mit Abstand wichtigste Auslöser. Das Risiko sinkt nach einem Rauchstopp über die Jahre deutlich.
Erkranken Männer häufiger an Krebs als Frauen?
Ja, Männer erkranken insgesamt etwas häufiger und im Durchschnitt später. Frauen erkranken dagegen in jüngeren Jahren häufiger, vor allem wegen Brustkrebs, der oft schon vor dem 65. Lebensjahr auftritt.
Quellen
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche, rechtliche oder steuerliche Beratung. Sozialrechtliche Werte (z. B. Krankengeld, Pauschbeträge) gelten für 2026 und können sich ändern. Leistungen einer Schwere-Krankheiten- oder Krebsversicherung richten sich immer nach den Bedingungen des jeweiligen Tarifs.





