Das Wichtigste in Kürze
- In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 2.300 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren an Krebs – am häufigsten an Leukämien und Hirntumoren.
- Etwa acht von zehn betroffenen Kindern überleben die Erkrankung langfristig.
- Die Behandlung dauert oft viele Monate. Eltern begleiten ihr Kind im Krankenhaus und reduzieren häufig ihre Arbeitszeit.
- Viele Schwere-Krankheiten-Tarife versichern Kinder der versicherten Person mit – teils beitragsfrei und mit einer eigenen Kindersumme.
- Achten Sie darauf, ob das Kind den Schutz später ohne neue Gesundheitsprüfung fortführen kann.
Wie häufig ist Krebs bei Kindern?
Krebs bei Kindern ist zum Glück selten. Dem Deutschen Kinderkrebsregister wurden für das Jahr 2024 insgesamt 2.346 Neuerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren gemeldet. Die häufigsten Diagnosen sind:
- Leukämien – rund 30 Prozent
- Tumoren des zentralen Nervensystems – rund 25 Prozent
- Lymphome – rund 13 Prozent
Die Behandlung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verbessert: Etwa acht von zehn Kindern überleben ihre Krebserkrankung langfristig. Die Therapie ist jedoch oft intensiv und dauert viele Monate, bei Leukämien teils bis zu zwei Jahre.
Was eine Krebserkrankung des Kindes für Eltern bedeutet
Die Behandlungskosten übernimmt die Krankenversicherung. Die finanzielle Belastung entsteht an anderer Stelle:
- Arbeitszeit: Ein Elternteil begleitet das Kind meist im Krankenhaus und bei ambulanten Terminen. Viele reduzieren ihre Stunden oder pausieren ganz.
- Fahrten und Unterkunft: Kinderonkologische Zentren liegen oft nicht vor der Haustür.
- Geschwisterkinder: Betreuung muss organisiert und manchmal bezahlt werden.
- Alltag: Spezielle Ernährung, Hygieneanforderungen, Anschaffungen.
Welche gesetzlichen Hilfen es gibt
Kinderkrankengeld
Gesetzlich versicherte Eltern haben 2026 je Kind Anspruch auf 15 Arbeitstage Kinderkrankengeld, Alleinerziehende auf 30 Tage; bei mehreren Kindern gelten Obergrenzen von 35 bzw. 70 Tagen pro Jahr. Leidet ein Kind an einer weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung und wird palliativ versorgt, gilt der Anspruch ohne Tageshöchstgrenze.
Begleitperson im Krankenhaus
Ist die Mitaufnahme eines Elternteils aus medizinischen Gründen notwendig, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Unter bestimmten Voraussetzungen erhalten begleitende Eltern Krankengeld für den Verdienstausfall.
Haushaltshilfe
Kann der Haushalt wegen des Krankenhausaufenthalts nicht weitergeführt werden und lebt ein weiteres Kind unter zwölf Jahren im Haushalt, kann die Krankenkasse eine Haushaltshilfe übernehmen. Details unter Haushaltshilfe bei Krebs.
Wie Kinder in der Schwere-Krankheiten-Versicherung abgesichert werden
Viele Tarife bieten eine Kinderabsicherung innerhalb des Vertrags eines Elternteils. Typische Merkmale:
| Merkmal | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|
| Beitrag | Beitragsfrei eingeschlossen oder gegen Aufpreis? |
| Kindersumme | Fester Betrag oder Anteil der Elternsumme? |
| Versicherte Krankheiten | Gleiche Liste wie bei Erwachsenen oder eigener Kinderkatalog? |
| Altersgrenzen | Ab wann (z. B. nach der Geburt) und bis wann ist das Kind versichert? |
| Wartezeit | Gilt eine Wartezeit auch für neugeborene Kinder? |
| Angeborene Erkrankungen | Sind sie ausgeschlossen? |
| Fortführung | Kann das Kind als junger Erwachsener einen eigenen Vertrag ohne Gesundheitsprüfung übernehmen? |
Kann Ihr Kind den Schutz später ohne neue Gesundheitsfragen in einen eigenen Vertrag umwandeln, ist es auch dann abgesichert, wenn es in der Jugend eine Vorerkrankung entwickelt – etwa Asthma, Diabetes oder eine psychische Erkrankung, die bei anderen Versicherungen Probleme bereiten könnte.
Weitere Unterstützung für betroffene Familien
Elternvereine an den kinderonkologischen Zentren, Elternhäuser in Kliniknähe, psychosoziale Dienste und Stiftungen helfen Familien ganz praktisch – von der Unterkunft bis zur Beratung. Bei einer finanziellen Notlage kann der Härtefonds der Deutschen Krebshilfe auch Eltern krebskranker Kinder unterstützen. Mehr unter Finanzielle Hilfe bei Krebs.
Fazit
Eine Krebserkrankung im Kindesalter ist selten – trifft Familien aber mit voller Wucht. Eine Schwere-Krankheiten-Versicherung mit Kinderabsicherung sorgt dafür, dass Eltern in dieser Zeit finanziell handlungsfähig bleiben. Achten Sie beim Vergleich auf eine faire Kindersumme, klare Altersgrenzen und die Möglichkeit zur späteren Fortführung.
Häufige Fragen
Kann ich für mein Kind eine eigene Krebsversicherung abschließen?
Eigenständige Verträge für Kinder sind selten. Üblich ist die Mitversicherung über den Vertrag eines Elternteils. Einige Anbieter ermöglichen, dass das Kind den Schutz ab einem bestimmten Alter als eigenen Vertrag fortführt.
Wie lange bekomme ich Kinderkrankengeld, wenn mein Kind Krebs hat?
Gesetzlich Versicherte haben 2026 je Kind Anspruch auf 15 Arbeitstage Kinderkrankengeld, Alleinerziehende auf 30 Tage – bei mehreren Kindern höchstens 35 bzw. 70 Tage. Bei einer weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung, die palliativ behandelt wird, entfallen diese Höchstgrenzen. Außerdem können Eltern als Begleitperson im Krankenhaus unter bestimmten Voraussetzungen Krankengeld erhalten.
Gibt es finanzielle Hilfen für Familien krebskranker Kinder?
Ja. Neben Leistungen der Krankenkasse, etwa Haushaltshilfe, unterstützen Elternvereine und Stiftungen Familien. Auch der Härtefonds der Deutschen Krebshilfe kann Eltern krebskranker Kinder in einer finanziellen Notlage einmalig helfen.
Quellen
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche, rechtliche oder steuerliche Beratung. Sozialrechtliche Werte (z. B. Krankengeld, Pauschbeträge) gelten für 2026 und können sich ändern. Leistungen einer Schwere-Krankheiten- oder Krebsversicherung richten sich immer nach den Bedingungen des jeweiligen Tarifs.





