Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Beiträge, Einflussfaktoren und Spartipps

Für die gleiche BU-Rente zahlt eine Bürokauffrau oft nur einen Bruchteil dessen, was ein Dachdecker zahlt. Warum die Beiträge so stark schwanken, mit welchen Größenordnungen Sie rechnen können und wo Sparen sinnvoll ist.

Aktualisiert am 16. September 20263 Min. LesezeitRedaktion VorsorgeVergleich
eine Person, die mit einem Taschenrechner und einem Notebook an einem Schreibtisch sitzt
Foto: Jakub Żerdzicki / Unsplash

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Beitrag hängt vor allem von Beruf, Eintrittsalter, Gesundheit, Rentenhöhe und Laufzeit ab.
  • Grobe Orientierung für 1.500 Euro Monatsrente bis 67, Abschluss mit 30: im Büro oft 50 bis 90 Euro, in körperlichen Berufen deutlich über 100 Euro monatlich.
  • Achten Sie auf den Unterschied zwischen Zahlbeitrag und Bruttobeitrag – der Zahlbeitrag kann steigen.
  • Sparen durch frühen Abschluss, passende Rentenhöhe und realistische Laufzeit – nicht durch schlechte Bedingungen.
  • Ist die BU zu teuer, können Alternativen einen großen Teil des Risikos günstiger abdecken.

Die fünf Faktoren, die den Beitrag bestimmen

1. Beruf

Der wichtigste Faktor. Versicherer ordnen Berufe in Risikogruppen ein – je nach Versicherer vier bis über zehn Stufen. Neben der Tätigkeit selbst spielen oft auch der Anteil körperlicher Arbeit, die Personalverantwortung und ein Studienabschluss eine Rolle.

2. Eintrittsalter

Je jünger Sie bei Abschluss sind, desto niedriger ist der Beitrag – und er bleibt über die gesamte Laufzeit auf diesem Niveau kalkuliert.

3. Gesundheitszustand

Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder zur Ablehnung führen. Mehr dazu unter Gesundheitsfragen richtig beantworten.

4. Rentenhöhe

Doppelte Rente bedeutet ungefähr doppelten Beitrag. Als Faustregel gelten 70 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens.

5. Laufzeit

Eine Laufzeit bis 67 kostet mehr als bis 60 – schützt aber genau in den Jahren, in denen das Risiko am höchsten ist.

Mit welchen Beiträgen Sie rechnen können

Die folgenden Werte sind eine grobe Orientierung für 1.500 Euro Monatsrente, Laufzeit bis 67, Eintrittsalter 30, ohne Vorerkrankungen. Ihr tatsächlicher Beitrag kann deutlich abweichen.

Berufsgruppe (Beispiele)Monatlicher Zahlbeitrag, grob
Akademische Bürotätigkeit (Ingenieurin, Jurist)ca. 40–70 €
Kaufmännische Angestellteca. 50–90 €
Pflege, Erziehung, Einzelhandelca. 90–150 €
Handwerk, Bau, Gastronomieca. 120–250 € und mehr
Zahlbeitrag ist nicht Endbeitrag

Versicherer geben Überschüsse als Rabatt auf den Bruttobeitrag weiter. Sie zahlen den niedrigeren Zahlbeitrag. Sinken die Überschüsse, kann der Beitrag bis zum Bruttobeitrag steigen. Ein großer Abstand zwischen beiden ist ein Risiko für Ihr Budget.

Sinnvoll sparen – und wo Sie nicht sparen sollten

Sinnvoll

  • Früh abschließen – zum Beispiel schon während der Ausbildung, mit Nachversicherungsgarantie für später.
  • Einsteigertarife mit reduziertem Anfangsbeitrag nutzen, wenn das Budget knapp ist.
  • Rentenhöhe realistisch wählen und später über die Nachversicherungsgarantie erhöhen.
  • Berufsangaben präzise machen: Der Anteil Büroarbeit kann die Risikogruppe verbessern.

Nicht sinnvoll

  • Verzicht auf den Ausschluss der abstrakten Verweisung
  • zu kurze Laufzeit, die mit 55 oder 60 endet
  • Gesundheitsfragen „optimistisch“ beantworten – das gefährdet die Leistung im Ernstfall

Wenn die BU schlicht zu teuer ist

Bevor Sie ganz ohne Absicherung bleiben, lohnt ein Blick auf Kombinationen. Eine Schwere-Krankheiten-Versicherung leistet unabhängig vom Beruf – ein Dachdecker zahlt dafür nicht mehr als eine Büroangestellte. Zusammen mit einer Grundfähigkeitsversicherung deckt sie viele schwere Fälle ab. Eine Übersicht bietet Arbeitskraft absichern.

Häufige Fragen

Warum ist die BU für Handwerker so teuer?

Versicherer teilen Berufe in Risikogruppen ein. Wer körperlich arbeitet, wird statistisch häufiger berufsunfähig, weil schon kleinere Einschränkungen – etwa ein Bandscheibenvorfall – die Ausübung des Berufs verhindern können. Das schlägt sich direkt im Beitrag nieder.

Kann ich die BU-Beiträge von der Steuer absetzen?

Beiträge zu einer selbstständigen BU zählen zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen, deren Höchstbetrag meist schon durch Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft ist. Als Teil einer Basisrente (Rürup) sind sie als Altersvorsorgeaufwendungen absetzbar – dann ist die spätere Rente allerdings voll zu versteuern.

Was passiert, wenn ich die Beiträge nicht mehr zahlen kann?

Die meisten Tarife erlauben eine Stundung oder Beitragspause für einige Monate. Auch eine Reduzierung der Rente ist möglich. Kündigen Sie nicht vorschnell: Ein neuer Vertrag wäre später wegen höheren Alters und möglicher Vorerkrankungen teurer oder nicht mehr erreichbar.

Redaktion VorsorgeVergleich
Wir erklären Absicherung bei schweren Krankheiten verständlich und prüfen Zahlen und Regeln an offiziellen Quellen. Stand: September 2026.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale: Berufsunfähigkeitsversicherung – die Grundlagen
  2. Verbraucherzentrale: Berufsunfähigkeit – wie Sie sich gegen Verlust des Einkommens absichern

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche, rechtliche oder steuerliche Beratung. Sozialrechtliche Werte (z. B. Krankengeld, Pauschbeträge) gelten für 2026 und können sich ändern. Leistungen einer Schwere-Krankheiten- oder Krebsversicherung richten sich immer nach den Bedingungen des jeweiligen Tarifs.