Das Wichtigste in Kürze
- Die gesetzliche Unfallversicherung schützt nur bei Arbeits- und Wegeunfällen, nicht in der Freizeit.
- Die private Unfallversicherung zahlt bei dauerhaften Gesundheitsschäden durch einen Unfall – rund um die Uhr.
- Aber: Nur etwa 7 Prozent der Berufsunfähigkeitsfälle gehen auf Unfälle zurück. Krankheiten wie Krebs, Herzleiden und psychische Erkrankungen sind weit häufiger.
- Verbraucherschützer sehen die Unfallversicherung deshalb als Ergänzung, nicht als Ersatz für BU oder Krankheitsabsicherung.
- Sinnvoll ist sie vor allem für Kinder, Senioren und Menschen, die keine BU bekommen.
Gesetzlich oder privat: Wer wann zahlt
| Gesetzliche Unfallversicherung | Private Unfallversicherung | |
|---|---|---|
| Schutz | Arbeitsunfall, Wegeunfall, Berufskrankheit | Unfälle weltweit, rund um die Uhr |
| Wer ist versichert | Angestellte, Schüler, Studierende, Kita-Kinder | wer einen Vertrag abschließt |
| Leistung | Heilbehandlung, Verletztengeld, Rente | Invaliditätsleistung, ggf. Rente, Zusatzbausteine |
| Freizeit | nicht versichert | versichert |
Unfall oder Krankheit: Was Menschen wirklich aus dem Berufsleben reißt
Die Leistungsstatistiken der Berufsunfähigkeitsversicherer zeigen deutlich, woher die großen Einkommensrisiken kommen. 2025 lagen Unfälle mit etwa 7 Prozent weit hinten. Psychische Erkrankungen (39 %), Erkrankungen von Skelett und Bewegungsapparat (18 %) und Krebs (16 %) waren zusammen für fast drei Viertel verantwortlich.
Anteil an den Leistungsfällen der Berufsunfähigkeitsversicherer, 2025
Quelle: Auswertung von Leistungsfällen (Morgen & Morgen), veröffentlicht vom GDV. Rundungsbedingt nicht exakt 100 %.
Unfälle sind plötzlich und sichtbar, deshalb fühlen wir uns durch sie besonders bedroht. Krankheiten entwickeln sich leise. Genau deshalb unterschätzen viele Menschen das Risiko, durch eine Krankheit Beruf und Einkommen zu verlieren.
Was die private Unfallversicherung leistet
- Eine Invaliditätsleistung, wenn ein Unfall zu einer dauerhaften Beeinträchtigung führt. Die Höhe richtet sich nach der Gliedertaxe und der vereinbarten Progression.
- Optional: Unfallrente, Krankenhaustagegeld, Bergungskosten, kosmetische Operationen.
Die Leistung ist an eine dauerhafte Schädigung geknüpft. Ein komplizierter Beinbruch, der vollständig ausheilt, führt meist zu keiner Invaliditätsleistung.
Die sinnvollere Reihenfolge
- Privathaftpflicht – günstig und existenziell wichtig.
- Berufsunfähigkeitsversicherung oder, wenn nicht möglich, Alternativen.
- Schwere-Krankheiten-Versicherung für Diagnosen wie Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall.
- Risikolebensversicherung, wenn andere von Ihrem Einkommen abhängen.
- Unfallversicherung als Ergänzung – insbesondere für Kinder oder bei riskanten Hobbys.
Mehr dazu unter Welche Versicherungen braucht man wirklich? und Die häufigsten schweren Krankheiten.
Häufige Fragen
Zahlt die Unfallversicherung bei einem Herzinfarkt?
Nein. Ein Herzinfarkt oder Schlaganfall gilt als Krankheit, nicht als Unfall. Auch Folgen von Krankheiten, etwa ein Sturz wegen eines Kreislaufkollapses, sind oft ausgeschlossen oder werden nur anteilig berücksichtigt.
Brauchen Kinder eine Unfallversicherung?
Für Kinder ist sie oft eine sinnvolle Option, weil es für sie kaum andere Absicherungen gegen dauerhafte Schäden gibt. Eine Kinderinvaliditätsversicherung, die auch Krankheiten einschließt, ist umfassender, aber teurer und seltener angeboten.
Quellen
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche, rechtliche oder steuerliche Beratung. Sozialrechtliche Werte (z. B. Krankengeld, Pauschbeträge) gelten für 2026 und können sich ändern. Leistungen einer Schwere-Krankheiten- oder Krebsversicherung richten sich immer nach den Bedingungen des jeweiligen Tarifs.





