Das Wichtigste in Kürze
- Krankengeld beträgt 70 Prozent des Bruttoentgelts, höchstens 90 Prozent des Nettoentgelts – 2026 maximal 135,63 Euro brutto am Tag.
- Davon gehen Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab – grob 12 bis 13 Prozent.
- Für dieselbe Krankheit gibt es Krankengeld höchstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren, einschließlich der sechs Wochen Lohnfortzahlung.
- Wichtig: lückenlose Krankschreibung. Eine Folgebescheinigung muss spätestens am nächsten Werktag nach dem Ende der vorherigen vorliegen.
- Krankengeld ist steuerfrei, erhöht aber über den Progressionsvorbehalt den Steuersatz auf das übrige Einkommen.
Wann gibt es Krankengeld?
Gesetzlich krankenversicherte Beschäftigte, die wegen einer Krankheit arbeitsunfähig sind, haben Anspruch auf Krankengeld. Bei Angestellten zahlt zunächst der Arbeitgeber sechs Wochen lang das volle Gehalt weiter. Ab der siebten Woche springt die Krankenkasse ein.
Anspruch haben auch Menschen, die Arbeitslosengeld I beziehen – sie erhalten Krankengeld in Höhe ihres Arbeitslosengeldes. Keinen Anspruch haben in der Regel Minijobber, Familienversicherte und Bürgergeld-Beziehende. Selbstständige nur, wenn sie das Krankengeld gewählt haben.
Wie hoch ist das Krankengeld 2026?
Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des regelmäßigen Bruttoentgelts, jedoch höchstens 90 Prozent des Nettoentgelts. Berücksichtigt wird das Einkommen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze, die 2026 bei 5.812,50 Euro im Monat liegt. Daraus ergibt sich ein Höchstkrankengeld von 135,63 Euro brutto pro Kalendertag.
Einmalzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld aus den letzten zwölf Monaten werden anteilig berücksichtigt. Gezahlt wird pro Kalendertag, ein voller Monat wird mit 30 Tagen berechnet.
Abzüge vom Krankengeld
Vom Brutto-Krankengeld zahlen Sie Ihren Anteil zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Krankenversicherungsbeiträge fallen nicht an. Insgesamt sind das grob 12 bis 13 Prozent, abhängig etwa davon, ob Sie Kinder haben. Steuern werden nicht abgezogen.
Beispielrechnung
| Beispiel A | Beispiel B | |
|---|---|---|
| Bruttogehalt pro Monat | 3.500 € | 2.200 € (Teilzeit) |
| Nettogehalt pro Monat (vereinfacht) | ca. 2.300 € | ca. 1.600 € |
| 70 % vom Brutto pro Tag | 81,67 € | 51,33 € |
| 90 % vom Netto pro Tag | 69,00 € | 48,00 € |
| Brutto-Krankengeld (niedrigerer Wert) | 69,00 € / Tag | 48,00 € / Tag |
| abzüglich ca. 12,5 % Sozialabgaben | ca. 60,40 € / Tag | ca. 42,00 € / Tag |
| Krankengeld pro Monat (30 Tage) | ca. 1.810 € | ca. 1.260 € |
| Lücke zum Netto pro Monat | ca. 490 € | ca. 340 € |
3.500 € brutto, Monatswerte, vereinfacht
Vereinfachte Rechnung zur Orientierung. Die genaue Höhe berechnet Ihre Krankenkasse anhand der Entgeltbescheinigung des Arbeitgebers.
Über zwölf Monate summiert sich die Lücke in Beispiel A auf fast 6.000 Euro – ohne Zusatzkosten der Erkrankung. Bei höheren Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze fällt die Lücke deutlich größer aus.
Wie lange wird Krankengeld bei Krebs gezahlt?
Für dieselbe Krankheit gibt es Krankengeld höchstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren. Die Drei-Jahres-Frist („Blockfrist“) beginnt mit dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit. Die sechs Wochen Lohnfortzahlung werden angerechnet, sodass die Krankenkasse maximal 72 Wochen zahlt.
Kommt während der Arbeitsunfähigkeit eine weitere Krankheit hinzu, verlängert sich die Bezugsdauer nicht. Viele Krebsbehandlungen mit Operation, Chemotherapie, Bestrahlung und Reha dauern ein Jahr oder länger – die 78 Wochen können also tatsächlich erreicht werden.
Die fünf häufigsten Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- Lücke in der Krankschreibung: Die Folge-Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss spätestens am nächsten Werktag nach dem Ende der vorherigen ausgestellt sein. Planen Sie Arzttermine rechtzeitig, besonders vor Wochenenden und Feiertagen.
- Krankenhausaufenthalt nicht beachtet: Auch während und direkt nach einem Klinikaufenthalt muss die Arbeitsunfähigkeit lückenlos festgestellt sein. Fragen Sie beim Entlassmanagement nach.
- Post der Krankenkasse ignoriert: Fragebögen und Aufforderungen haben Fristen. Wird eine Reha-Aufforderung nach § 51 SGB V versäumt, kann das Krankengeld entfallen.
- Ende nicht im Blick: Rechnen Sie aus, wann die 78 Wochen enden, und beantragen Sie rechtzeitig Anschlussleistungen. Siehe Krankengeld ausgelaufen.
- Steuern vergessen: Krankengeld ist steuerfrei, erhöht aber den Steuersatz auf Ihr übriges Einkommen. Legen Sie eventuell etwas für eine Nachzahlung zurück.
Krankengeld und Wiedereingliederung
Bei der stufenweisen Wiedereingliederung („Hamburger Modell“) steigen Sie mit wenigen Stunden pro Tag wieder in den Job ein. Sie gelten in dieser Zeit weiter als arbeitsunfähig und erhalten weiter Krankengeld oder – im Anschluss an eine Reha – Übergangsgeld von der Rentenversicherung. Die Wiedereingliederung zählt dabei in der Regel auf die 78 Wochen mit. Mehr zum Wiedereinstieg im Artikel Krebs und Job.
Was ist mit Selbstständigen?
Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige erhalten Krankengeld nur, wenn sie dies gegenüber ihrer Krankenkasse gewählt haben. Dann beginnt es meist ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit, bemessen am beitragspflichtigen Einkommen. Wer früher abgesichert sein möchte, braucht einen Wahltarif oder ein privates Krankentagegeld. Einen Überblick gibt der Artikel Krankentagegeld für Selbstständige.
Krankengeld sichert das Existenzminimum deutlich besser ab als manche andere Leistung – aber es reicht bei vielen nicht, um Lebensstandard, Kreditrate und Zusatzkosten zu tragen. Eine Einmalzahlung aus einer Krebs- oder Schwere-Krankheiten-Versicherung kann genau diese Lücke für viele Monate füllen.
Häufige Fragen
Wie lange wird Krankengeld bei Krebs gezahlt?
Für dieselbe Erkrankung höchstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren, gerechnet ab dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit. Die sechs Wochen Lohnfortzahlung werden angerechnet, sodass die Krankenkasse bis zu 72 Wochen zahlt. Treten weitere Krankheiten hinzu, verlängert sich der Zeitraum nicht.
Gibt es bei einem Rückfall erneut Krankengeld?
Ein Rückfall gilt häufig als dieselbe Krankheit. Wurde der Anspruch in der laufenden Drei-Jahres-Frist bereits ausgeschöpft, gibt es erst in einer neuen Frist wieder Krankengeld – und nur, wenn Sie in der Zwischenzeit mindestens sechs Monate nicht wegen dieser Krankheit arbeitsunfähig waren und erwerbstätig waren oder der Arbeitsvermittlung zur Verfügung standen.
Bekommen Selbstständige Krankengeld?
Nur, wenn sie freiwillig gesetzlich versichert sind und die Wahlerklärung für Krankengeld abgegeben haben – dann meist ab dem 43. Tag – oder einen Wahltarif beziehungsweise eine private Krankentagegeldversicherung haben.
Darf die Krankenkasse verlangen, dass ich Reha beantrage?
Ja. Ist Ihre Erwerbsfähigkeit nach ärztlichem Gutachten erheblich gefährdet, kann die Krankenkasse Sie auffordern, innerhalb von zehn Wochen einen Antrag auf Reha zu stellen. Kommen Sie dem nicht nach, kann der Krankengeldanspruch entfallen. Lassen Sie sich in diesem Fall beraten.
Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit: Krankengeld
- Gesetze im Internet: § 47 SGB V – Höhe und Berechnung des Krankengeldes
- Gesetze im Internet: § 48 SGB V – Dauer des Krankengeldes
- Gesetze im Internet: § 51 SGB V – Wegfall des Krankengeldes, Antrag auf Leistungen zur Teilhabe
- Bundesregierung: Beitragsbemessungsgrenzen 2026
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche, rechtliche oder steuerliche Beratung. Sozialrechtliche Werte (z. B. Krankengeld, Pauschbeträge) gelten für 2026 und können sich ändern. Leistungen einer Schwere-Krankheiten- oder Krebsversicherung richten sich immer nach den Bedingungen des jeweiligen Tarifs.





