Das Wichtigste in Kürze
- Wohngebäudeversicherung ist Pflicht für jede Bank – am besten mit Elementarschutz.
- Risikolebensversicherung sichert den Kredit im Todesfall ab; Banken verlangen sie oft.
- Das häufiger unterschätzte Risiko: Einkommensausfall durch Krankheit. Die Rate läuft weiter.
- BU und Schwere-Krankheiten-Versicherung schützen davor, dass eine Diagnose zum Verkauf des Hauses führt.
- Tipp: Absicherung vor dem Kreditantrag klären – dann sind Sie gesund und haben Planungssicherheit.
Die Versicherungen im Überblick
| Versicherung | Schützt vor | Priorität |
|---|---|---|
| Wohngebäude (inkl. Elementar) | Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Überschwemmung | unverzichtbar |
| Bauherrenhaftpflicht / Bauleistung | Schäden während der Bauphase | bei Neubau wichtig |
| Risikolebensversicherung | Kreditausfall im Todesfall | sehr wichtig |
| Berufsunfähigkeit | dauerhaften Einkommensverlust | sehr wichtig |
| Schwere-Krankheiten-Versicherung | finanzielle Engpässe nach schwerer Diagnose | wichtig |
| Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht | Schäden an Dritten durch das Grundstück | bei Vermietung nötig, selbstgenutzt oft in Privathaftpflicht enthalten |
Das übersehene Risiko: krank statt tot
Viele Paare schließen beim Hauskauf eine Risikolebensversicherung ab – das ist richtig. Doch statistisch ist es für Menschen im Erwerbsalter deutlich wahrscheinlicher, schwer zu erkranken, als zu versterben. Und im Krankheitsfall läuft nicht nur die Kreditrate weiter, sondern auch der Lebensunterhalt der erkrankten Person.
Ein Paar finanziert 400.000 Euro, die Rate beträgt 1.900 Euro im Monat. Sie erkrankt an Brustkrebs, ist neun Monate arbeitsunfähig und erhält Krankengeld – rund 600 Euro weniger als ihr Nettogehalt. Er reduziert für ein halbes Jahr auf Teilzeit, um die Kinder zu betreuen. Die Haushaltskasse hat plötzlich 1.500 Euro im Monat weniger. Die Rücklagen sind nach einem halben Jahr aufgebraucht.
Eine Schwere-Krankheiten-Versicherung hätte bei der Diagnose zum Beispiel 100.000 Euro ausgezahlt – genug, um die Rate über Jahre sicher zu bedienen oder eine Sondertilgung zu leisten. Mehr zu den Auswirkungen auf Kredite: Krebs und Baufinanzierung.
Risikoleben oder Schwere Krankheiten?
Beide ergänzen sich: Die Risikolebensversicherung zahlt im Todesfall, die Schwere-Krankheiten-Versicherung bei Diagnose. Es gibt auch Kombinationen. Einen ausführlichen Vergleich finden Sie unter Risikolebensversicherung oder Schwere-Krankheiten-Versicherung?
Kümmern Sie sich um die Absicherung, bevor der Kreditvertrag unterschrieben ist. Dann können Sie die Beiträge in die Finanzierungsplanung einbeziehen – und Sie beantworten die Gesundheitsfragen, solange keine neue Diagnose dazwischenkommt.
Häufige Fragen
Verlangt die Bank eine Risikolebensversicherung?
Nicht immer, aber häufig – vor allem bei hohem Finanzierungsanteil oder wenn nur ein Einkommen die Rate trägt. Unabhängig davon ist sie für Familien mit Baufinanzierung fast immer sinnvoll.
Was passiert, wenn ich die Kreditrate wegen Krankheit nicht mehr zahlen kann?
Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Bank. Oft sind Tilgungsaussetzung oder Ratenreduzierung möglich. Bleiben Zahlungen dauerhaft aus, kann die Bank den Kredit kündigen und im schlimmsten Fall die Zwangsversteigerung betreiben. Mehr dazu im Artikel Krebs und Baufinanzierung.
Wie hoch sollte eine Schwere-Krankheiten-Versicherung beim Hauskauf sein?
Eine Orientierung sind zwei bis drei Jahreseinkommen oder ein Betrag, mit dem sich die Kreditraten für einen längeren Zeitraum sicher bedienen lassen. Das individuelle Budget entscheidet mit.
Quellen
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche, rechtliche oder steuerliche Beratung. Sozialrechtliche Werte (z. B. Krankengeld, Pauschbeträge) gelten für 2026 und können sich ändern. Leistungen einer Schwere-Krankheiten- oder Krebsversicherung richten sich immer nach den Bedingungen des jeweiligen Tarifs.





