Das Wichtigste in Kürze
- Privathaftpflicht auf Familientarif umstellen – Kinder sind meist beitragsfrei mitversichert.
- Risikolebensversicherung für beide Elternteile, auch wenn einer weniger verdient: Betreuung kostet Geld.
- Arbeitskraft absichern: Fällt ein Einkommen durch Krankheit weg, reicht das Geld oft nicht.
- Eine Schwere-Krankheiten-Versicherung schafft finanziellen Spielraum, wenn ein Elternteil schwer erkrankt – für Betreuung, Haushaltshilfe, weniger Arbeitszeit.
- Für Kinder: Krankenversicherung klären, Kinderinvaliditäts- oder Unfallversicherung prüfen.
Was sich mit dem ersten Kind ändert
Solange Sie allein oder zu zweit leben, betrifft ein finanzieller Engpass vor allem Sie selbst. Mit Kindern entstehen feste Verpflichtungen über 20 Jahre und mehr: Wohnraum, Betreuung, Ausbildung. Gleichzeitig verdient oft ein Elternteil zeitweise weniger. Die Familie hängt stärker an einem Einkommen.
Die Checkliste für Eltern
| Versicherung | Priorität | Hinweis |
|---|---|---|
| Privathaftpflicht (Familientarif) | unverzichtbar | Deliktunfähige Kinder mitversichern |
| Risikolebensversicherung | sehr wichtig | für beide Eltern, Laufzeit bis Kinder selbstständig |
| Berufsunfähigkeit oder Alternativen | sehr wichtig | für jeden, dessen Einkommen gebraucht wird |
| Schwere-Krankheiten-Versicherung | wichtig | Einmalzahlung, frei verwendbar für die Familie |
| Krankentagegeld | je nach Einkommen | besonders für Selbstständige und Gutverdiener |
| Kinderinvalidität / Unfall für Kinder | sinnvoll | Kinderinvalidität schließt auch Krankheiten ein |
| Hausrat | je nach Wert | Summe mit wachsendem Haushalt anpassen |
Was passiert, wenn ein Elternteil schwer krank wird?
Eine Krebsdiagnose, ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall: Die Behandlung zahlt die Krankenkasse. Was sie nicht zahlt, ist der Alltag, der weiterläuft:
- Das Gehalt sinkt nach sechs Wochen auf Krankengeld.
- Der gesunde Elternteil muss oft Arbeitszeit reduzieren, um Kinder, Termine und Haushalt zu schaffen.
- Eine Haushaltshilfe übernimmt die Kasse nur unter bestimmten Voraussetzungen und begrenzt.
- Fahrten, Betreuung, Zuzahlungen und kleine Anschaffungen summieren sich.
Die BU zahlt erst, wenn eine Berufsunfähigkeit festgestellt ist – oft Monate später oder gar nicht, wenn eine Rückkehr in den Job absehbar ist. Eine Schwere-Krankheiten-Versicherung zahlt dagegen bei Diagnose eine Einmalsumme, über die die Familie frei verfügen kann.
Auch wer in Teilzeit arbeitet oder gerade in Elternzeit ist, sollte abgesichert sein. Wird dieser Elternteil krank, fehlt nicht unbedingt Einkommen – aber Zeit, Betreuung und Kraft, die jemand anderes ersetzen muss.
Und die Kinder selbst?
Kinder sind über die Eltern in der Regel familienversichert oder privat versichert. Für den Fall schwerer, bleibender Schäden gibt es die Kinderinvaliditätsversicherung, die neben Unfällen auch Krankheiten abdeckt, und die günstigere, aber lückenhaftere Kinderunfallversicherung. Ob eine Krebsversicherung für Kinder sinnvoll ist, lesen Sie in unserem eigenen Artikel dazu.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte die Risikolebensversicherung für Eltern sein?
Als Faustregel gilt das Drei- bis Fünffache des Bruttojahreseinkommens, zuzüglich offener Kredite. Die Laufzeit sollte mindestens so lange reichen, bis das jüngste Kind finanziell selbstständig ist.
Muss auch der Elternteil in Elternzeit abgesichert werden?
Ja. Wer sich um Kinder und Haushalt kümmert, erbringt Leistungen, die im Ernstfall teuer ersetzt werden müssen – etwa durch Betreuung, Haushaltshilfe oder reduzierte Arbeitszeit des anderen Elternteils.
Gibt es eine Krebsversicherung für Kinder?
Ja, manche Anbieter versichern auch Kinder. Ob das sinnvoll ist, hängt von der Situation ab. Mehr dazu im Artikel Krebsversicherung für Kinder.
Quellen
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche, rechtliche oder steuerliche Beratung. Sozialrechtliche Werte (z. B. Krankengeld, Pauschbeträge) gelten für 2026 und können sich ändern. Leistungen einer Schwere-Krankheiten- oder Krebsversicherung richten sich immer nach den Bedingungen des jeweiligen Tarifs.





